Datum
Friedensweg
Treffpunkt
Der 24. Sachsen-Anhalt-Tag fand vom 05. bis 07. Juni 2026 in Bernburg statt. So hatte die BI OFFENe HEIDe ihren 393. Friedensweg dorthin verlegt. Im Regionaldorf Elbe-Börde-Heide war der Stand der Bürgerinitiative zu finden und beim Festumzug am Sonntag fuhr ein Festwagen der OFFENen HEIDe mit. Neu am Stand war, dass eine so genannte Pagode an Stelle der gewohnten Markthütte aus Holz zur Verfügung stand.
Der Stand diente dazu, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Diese Gespräche gab es dann auch. Sie reichten von Vorwürfen oder Provokationen bis zur vollen Zustimmung. Ein Herr empörte sich über die Losung „Gleichschritt lenkt von Zweifeln ab“, diese diffamiere die Soldatinnen und Soldaten. Empörung wurde allgemein über die überwältigende Präsentation der Bundeswehr als „attraktiver Arbeitgeber“ und dann noch in der Friedensallee geäußert und der Stand der OFFENen HEIDe als Gegengewicht gelobt.
Auch Sachsen Anhalts amtierender Ministerpräsident, Sven Schulze, hat sich in der Nähe unseres Standes aufgehalten, vermied aber den direkten Kontakt mit uns.
Ein Schelm, der dabei Böses denkt. :-)
In Zeiten mit weniger Andrang am Stand wurde überlegt, wie die Präsentation noch verbessert werden kann. Welche Dinge locken die Leute an? Was informiert und regt zum Nachdenken an?
Der Festwagen der OFFENen HEIDe nahm das Motto des Landesfestes „Wo Sachsen Anhalt trifft“ und ergänzte es mit anderen Dingen, die in Sachsen-Anhalt aufeinander treffen: „Wo Militär Menschen trifft“ und „Wo Armut Hochrüstung trifft“. Damit soll auf die eigentlichen Aufgaben von Militär und die Schrecken von Kriegen hingewiesen werden. In Sachsen-Anhalt verfügen die öffentlichen Haushalte über zu wenig Geld, während im Bundesland im Vergleich zu anderen Bundesländern der größte Anteil der Landesfläche militärisch genutzt wird.
Mitten in der „Festmeile“ der Bundeswehr fand am Sonntag im „Coffe To Stay“ eine Gesprächsrunde „Frieden ‚schaffen‘ – welche deutsche Friedenspolitik brauchen wir?“ mit Bischof Friedrich Kramer, Landesbischof und Friedensbeauftragter der EKD, Oberst Thorsten Alme, Landeskommandeur der Bundeswehr und Helmut Adolf von der Bürgerinitiative OFFENe HEIDe statt. Diese wurde von Pfarrer Johannes Lewek moderiert. In knapp zwei Stunden konnte das Thema nicht umfassend diskutiert werden. Aber jede Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen, muss genutzt werden. Der Oberst brachte den Frieden mit der Freiheit in Verbindung, dabei stellen die Planungen für die Wehrpflicht gerade eine Einschränkung der Freiheiten dar. Darüber können die Präsentationen der Bundeswehr nicht hinwegtäuschen. Es muss eine andere Politik geben als die gegenwärtige, von Hochrüstung und Machtinteressen geprägte geben.
Unsere weitgereisten Wegbegleiter Gabriella Hirst aus Australien und Thomas Evans aus Großbritannien, die jetzt beide in Berlin leben, erschienen auch auf dem Landesfest und konnten sich ein Bild vom Militarismus in der Friedensallee machen. Am Nachbarstand von der Otto-von-Guericke-Gesellschaft galt ihr Interesse dem Experiment mit der Magdeburger Halbkugel.
Neben den Einsätzen am Informationsstand konnten sich die Teilnehmenden in den Regionaldörfern, der Themenstraße „Weltoffenes Sachsen-Anhalt“ oder den Präsentationen von Landtag und Landesregierung über das Land informieren.
Nach einem interessanten Wochenende mit besserem Wetter als angekündigt konnten wir am Sonntagabend unsere Sachen zufrieden einpacken und die Heimreise antreten.
Von der Ausrichterstadt Bernburg und vom Landkreis Börde gab es lobende Worte des Dankes für die Teilnahme am Festumzug.