Datum
Friedensweg
Treffpunkt
Mit dem 286. Friedensweg wurde das Umfeld der Colbitz-Letzlinger Heide verlassen. Aber auch auf den Truppenübungsplatz Altengrabow als Ort der Kriegsvorbereitung muss hingewiesen werden. Seit 1894 existiert dieser Truppenübungsplatz bereits. Hier wurden also der Erste und der Zweite Weltkrieg vorbereitet.
Der Treffpunkt war in der Nähe des Bahnhofs Altengrabow. Zum Friedensweg kamen etwa 40 Personen zusammen, einige darunter aus der Region. Der Treffpunkt war geschmückt mit Friedensbotschaften.
Nach der Auftaktkundgebung ging es auf die kurze Distanz zur Gedenkstätte Stalag XI A. Das Stalag XI A war von 1939 bis 1945 mit über 50.000 Insassen eines der größten Kriegsgefangenenlager in Mitteldeutschland. Viele Gefangene mussten in einer Munitionsfabrik arbeiten. Die Kundgebung an der Gedenkstätte wurde mit dem Niederlegen eines Blumengebindes verbunden. Auf der Schleife stand „Nie wieder Faschismus – nie wieder Krieg“. Sabine Zimmerhäkel trug eigene Gedichte wie das „Soldatenlied“ und von Wolfgang Borchert „Dann gibt es nur eins!“ vor. Davon zeigte sich Dr. Lothar Schröter tief beeindruckt, als er auf die anschließende Veranstaltung „Ukrainekrieg und Heimatschutz - zu Wurzeln des Krieges, den Akteuren und der weiteren Aufstellung eines Heimatschutzregimentes in Sachsen-Anhalt“ hinwies. Nils Rosenthal als Anwohner und Ökolandwirt brachte seinen Unmut über die ständig wachsende Präsenz der Bundeswehr in der Gegend zum Ausdruck. Diese verschlechtere die Lebensqualität der Anrainer. Altlasten aus Löschschäumen gefährden Umwelt und Grundwasser. Dabei hat die Gegend das Potenzial eines Erholungsgebietes. Es gab schon eine Aktion mit Luftballons gegen den Übungsbetrieb hier. Das Heimatschutzregiment soll hier auf dem Truppenübungsplatz Altengrabow stationiert werden. Auf dem Gelände waren schon viele neue Gebäude errichtet worden. Eine kleine Abordnung der Teilnehmenden brachte Post mit Standpunkten der Bürgerinitiative zum Briefkasten der Bundeswehr.
Mit dem Dorfgemeinschaftshaus in Schopsdorf bot sich ein gutes Ambiente für die Veranstaltung mit Lothar Schröter. Die Veranstaltung drehte sich im Wesentlichen um sein Buch „Der Ukrainekrieg- Die Wurzeln, die Akteure und die Rolle der NATO“ (ISBN 978-3-360-02815-0). Zum Ort passend wurden auch die Rolle und die Hintergründe der Bundeswehr im Heimatschutz benannt. Für Kaffee und Kuchen war reichlich gesorgt worden.
Lothar Schröter betonte seinen wissenschaftlichen Zugang mit materialistischer Analyse zur Thematik. Alle Aussagen kann er mit Zitaten belegen. Dabei gab es Aussagen, die man hierzulande nicht in den Medien bekommt. Es muss unterschieden werden zwischen Meinung und Tatsache. Die Nichterreichbarkeit von russischen Medien hierzulande ist ein Verstoß gegen Artikel 5 des Grundgesetzes. Kritik gibt es an der Ost- und Norderweiterung der NATO. Begriffe des Völkerrechts wurden erläutert. Erinnert wurde an die Erklärung von Ronald Reagan und Michael Gorbatschow vom 21. November 1985 in Genf „Ein Atomkrieg kann nicht gewonnen werden und darf nie geführt werden“. Somit ist die Abschreckung mit solchen Waffen höchst gefährlich. Konflikte können ein Eigenleben entfachen.
Zum Einsatz der Bundeswehr im Inland nach Art. 87a des Grundgesetzes sei auf die Begriffe „Verteidigungsfall“ und „Spannungsfall“ verwiesen. Es gibt eine Reihe von Notstandsgesetzen, die als „Schubladengesetze“ streng geheim sind und in solchen Fällen in Kraft gesetzt werden. Die kürzliche Übung „Red Storm Bravo“ im Hamburger Hafen zeigte, wohin die Reise gehen soll. Die gegenwärtige Kriegswirtschaft der Bundesrepublik ist schuldenfinanziert. Was ist, wenn die Gläubiger ihr Geld und Zinsen wieder zurückfordern? Dann ist mit dem Zusammenbrechen der Sozialsysteme zu rechnen.
Eine solch komplexe Thematik regt zur Diskussion an. Einmal musste die Moderation einschreiten und daran erinnern, dass die Veranstaltung Friedensweg hieß und die Diskussion auch diesem Anspruch gerecht werden muss.
Zum Abschied gab es für den Gast noch einen Kalender der OFFENen HEIDe.