Datum

9. August, 2026

Friedensweg

394

Treffpunkt

Magdeburg, Alter Markt, 14.00 Uhr

394. Friedensweg

Magdeburg , Alter Markt, 14.00 Uhr

Der 9. August 2026 war ein sehr heißer Tag, die Elbe führte extremes Niedrigwasser und im Neustädter See vermehrten sich die Blaualgen. Da stellt sich die Frage, welchen Anteil am Klimawandel weltweit Kriege und deren Vorbereitung durch Militär und Rüstungsindustrie haben. Der Friedensweg im August sollte auf Grund der bevorstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt in der Landeshauptstadt Magdeburg stattfinden. In diesem Zusammenhang bot sich eine Verschiebung um eine Woche auf den 9. August, dem 81. Jahrestag des Atombombenabwurfs auf Nagasaki an. Mit Nagasaki verbindet die Stadt Magdeburg freundschaftliche Beziehungen.
In der Regionalgruppe Magdeburg des Versöhnungsbundes hatten wir eine Partnerin für die Realisierung des Vorhabens gefunden.
Knapp 40 Personen fanden sich zur kurzen Auftaktkundgebung vor dem Rathaus ein. Mit der langen Peace-Fahne ging es an der Elbpromenade entlang zum Hiroshima-Nagasaki-Mahnmal. Dort lief die Mahnwache vom Versöhnungsbund mit ca. 20 weiteren Menschen. Die Veranstaltung war zweigeteilt: Zuerst oben am Denkmal die Redebeiträge, musikalisch untermalt von Carlos und Beatriz Martinez aus Columbien, die jetzt in Magdeburg leben. Die Musiker verstanden es, die Anwesenden mit ins musikalische Geschehen einzubeziehen durch Mitsingen und Rhythmusgeben.
Eberhard Bürger (ebenfalls Versöhnungsbund) regte eine Schweigeminute für die Opfer der Atombomben an, in dieser Zeit wurden Kränze niedergelegt, an denen sich auch die Stadt Magdeburg, Evangelische Landeskirche und die Deutsch-Japanische Gesellschaft beteiligt hatten. Ferner drückte Eberhard Bürger seine Dankbarkeit über die Vielfalt der hier versammelten Menschen aus, die der Wunsch nach Frieden eint. Ferner rechnet er mit dem Geist der Abschreckung ab, kritisierte solche Formulierungen wie „Wer den Frieden will, muss den Krieg vorbereiten“ Spanien als Gegenbeispiel zur Bundesrepublik erhöht die Sozialausgaben, nicht die Rüstungsausgaben Die gegenwärtige Situation lässt Zweifel an der Wirksamkeit der Friedensbewegung aufkommen. Es folgt ein Wortspiel, in „Zweifel“ steckt auch „Zwei“, die andere Perspektive zum Zweifel, neuen Elan für den Weg zum Frieden, Hoffnung auf Gespräche mit anderen, auch andersdenkenden Menschen. So wird die christliche Vision vom Gerechten Frieden Wirklichkeit.

Sabine Zimmerhäkel trug zwei eigene Gedichte zur Thematik vor.

Ingo Köhler, der kürzlich aus der Nähe von Büchel nach Magdeburg gezogen ist, berichtete vom Widerstand gegen die Atombomben der USA dort und stand für weitere Nachfragen als Gesprächspartner zur Verfügung. Die Zivilangestellten des Fliegerhorstes in Büchel hängen an ihren Arbeitsplätzen dort. Das ist das allgemeine Problem an Militär- und Rüstungsstandorten.

Informationen zur Arbeit der OFFENen HEIDe gab es von Edgar Kürschner. Eine aktuelle Herausforderung ist der Einsatz gegen die geplante Waffenfabrik in Sangerhausen.

Nachdem der erste Teil der Veranstaltung noch in der prallen Sonne stattfand ging es anschließend in den Schatten, wo Infostände, Getränke und Kuchen zum Verweilen und zu Gesprächen einluden. Barbara Bürger vom Versöhnungsbund begrüßte nochmals die Anwesenden und freute sich über die rege Teilnahme trotz der großen Hitze.
Mit dem abschließenden Beisammensein und den Gesprächen dauerte der Friedensweg länger als geplant. Es wurden viele neue Kontakte zu Gleichgesinnten geknüpft.