Datum
Friedensweg
Treffpunkt
Obwohl die lokalen Medien keine Ankündigung gebracht hatten, beteiligten sich rund 350 Personen am Ostermarsch in Stendal, der zugleich der 391. Friedensweg für eine ausschließlich zivile Nutzung der Colbitz-Letzlinger Heide war. Zur Abschlusskundgebung an der Sperlingsida kamen noch mindestens weitere 50 hinzu.
Besonders erwähnenswert sind die vier Radfahrende, die um 06 Uhr in Magdeburg vom Alten Markt zur 72 km langen Fahrt nach Stendal gestartet waren. Dabei wurden sie von einem Fahrzeug des Friedensfahrtmuseums in Kleinmühlingen begleitet. Unterwegs reihten sich noch drei weitere Personen ein.
Seit 21 Jahren gehört zum Ostermarsch auch ein Friedensmarkt. Der Andrang an Ständen war beachtlich. Neben Informationsständen auch Stände zur Versorgung der Teilnehmenden.
Vor den Ständen des Friedensmarktes musste auch die Bühne für die Abschlusskundgebung hergerichtet werden. Trotz einiger Schwierigkeiten mit der Navigation bei der Anfahrt, war alles rechtzeitig fertig.
Bei Sonnenschein setzte sich der Demonstrationszug ab Fünf vor Zwölf vom Marktplatz am Rathaus in Bewegung. Begleitet wurde der Zug von zwei Musikern mit Livemusik.
An der Synagoge hielt der Zug inne. Auf der Zwischenkundgebung dort erläuterte Malte Fröhlich die Ereignisse vom November 1938. Die Stendaler Feuerwehr hatte den Brand der Synagoge gelöscht. Daran zeigte sich, dass es Spielräume gab, sich den angeordneten Weisungen zu widersetzen. Dabei schlug er die Brücke zur Gegenwart, wenn jetzt ein unkritisches Verhältnis zur Politik Israels die Staatsräson bestimmt.
Juta Kausch-Henken von der Friedenskoordination Berlin eröffnete den Reigen auf der Abschlusskundgebung. Sie kritisierte scharf das aktuelle Streben der USA, die Weltherrschaft zu erlangen. Dabei ist die Bundesregierung ein treuer Vasall und verfolgt eigene Ziele der Vorherrschaft. Die Waffenlieferungen in Krisenerde, wie die Ukraine schütten noch Öl ins Feuer.
Thomas Schulze vom BSW betonte, dass hier parteiübergreifend Menschen versammelt sind, denen der Frieden sehr am Herzen liegt. Es bedarf einer Ehrlichkeit, die Dinge beim Namen zu nennen, den Mut gegen den Strom zu schwimmen und die Entschlossenheit, unsere Gemeinsamkeiten über das zu stellen, was uns trennt.
In ihrem Redebeitrag lies Vanessa Mertens (Die Linke) die 30-jährige palästinensische Mutter Alaa aus dem Gaza zu Wort kommen. Diese schildert bildhaft, was es heißt im Krieg zu leben. Kriege zu vermeiden vereint die Menschen, die sich zu den Ostermärschen versammeln.
Als Betroffener der neuen Wehrpflicht meldete sich Adrian Prelle aus Stendal zu Wort. Nach der Schilderung der aktuellen Situationen an den Schulen mit Unterrichtsausfällen und baulichen Problemen ging er auf die aktuelle Lage der Jugend hierzulande ein. Ferner zeichnete er ein differenziertes Bild von der Jugend. Die Friedensbewegung muss eine Perspektive für die jungen Menschen bieten. So wird diese resistenter gegenüber der Werbung der Bundeswehr.
Der ArbeiterInnen-Lieder-Chor Stendal sorgte ebenfalls für lokales Kolorit auf der Bühne.
Im Beitrag der Palästina Solidarität wurden die Verbrechen Israels gegenüber dem palästinensischen Volk aufgelistet und die Unterstützung der Bundesrepublik dabei kritisiert. Dass es auch anders geht, zeigt Spanien.
Der Rapper Masur formulierte seine Botschaften mit jugendlichem Elan, wobei im Text „Faust“ die Grenze der Gewaltfreiheit erreicht war, aber eben nur verbal.
Die Beiträge auf der Bühne wurden mit dem Kalender 2027 der OFFENen HEIDe "Pfade und Wege durch die Heide…“ honoriert.
Kuchenspenden auf dem Friedensmarkt dienten der Finanzierung der Veranstaltung. Die Informationsstände waren ein Ort des Austauschs.
Als Tobias Thiele kubanische Rhythmen intonierte, zog es einige zum Tanzen vor die Bühne, was noch einmal den friedlichen Charakter der Veranstaltung unterstrich:
Lieber miteinander tanzen, als aufeinander schießen.
Im Anschluss an die letzten Klänge begann das große Aufräumen und Zusammenpacken. Ein gelungener Ostermarsch fand seinen Abschluss. Hervorzuheben ist die gute Zusammenarbeit mit dem Landkreis und der Stadt bei der Vorbereitung und Durchführung des Ereignisses.